Entwicklung der Matratze

Die Matratze – eine Matratze – meine Matratze. Im Glücksfall eine Liebesbeziehung, weil sie wesentlich zur Erholung und Gesundheit beiträgt. Anders stellt sich die Situation dar, wenn der Schlaf ausbleibt oder gar Schmerzen mit sich bringt. Die Schlafunterlage ist ein Alltagsgegenstand, den es in jedem Haushalt gibt und der bei vielen Menschen ein Reizthema ist. Wenn man sich die Entwicklung der Matratze ansieht muss man ein paar Tausend Jahre zurückgehen.

Dabei können wir uns heute im Grunde genommen mit unseren Matratzen glücklich schätzen. Unsere Vorfahren lagen da weit unbequemer auf Unterlagen aus Palmenblättern oder ähnlichem. In einer südafrikanischen Höhle in der Provinz KwaZulu-Natal wurden Lagerstätten, dick mit Gräsern gepolstert, gefunden, die 77.000 Jahre alt sind. Und – clever, wie unsere Vorfahren damals schon waren – bestanden die Oberflächen der vorzeitlichen Matratzen aus Blättern der Kap-Quitte, deren ätherische Öle für Insekten und deren Larven giftig sind.

Meine Matratze im Schlafzimmer

Aus diesen Ursprüngen und viele Entwicklungsstufen später erfand der niederländische Schmied Johannes Auping 1888 die erste Federkernmatratze, mit der er auch sofort das niederländische Königshaus beliefern durfte. Man merkt schon, die Erfindung war zunächst einmal nichts für den sogenannten „kleinen Mann“. 1932 dann ein weiterer Meilenstein: Techniker des Reifenherstellers Dunlop entwickelten die erste Latex-Matratze der Welt. Einen weiteren Schritt nach vorne in der Entwicklung der Matratze brachte die Raumfahrt. Wissenschaftler der NASA entwickelten in den 1970er Jahren ein Material, das den Druck auf die Astronauten beim Start absorbieren (aus dem lateinischen „verschlingen, verschlucken“) sollte. „TEMPUR“, so heißt das Material bis heute, hielt Einzug in die Schlafwelt. Eine weitere Entwicklung der Neuzeit sind Luftkern-Schlafsysteme.

Matratzen-Schlafsysteme – was gibt es eigentlich so an Matratzen?

Beginnen wir mit der Federkern-Matratze. Ihre Stahlfedern sind mit einer Polsterung umhüllt und können bei Bewegung nachschwingen. Leider können sie Wärme nicht gut speichern, was für „Frostbeulen“ unter den Schläfern ein Manko bedeutet.

Die Taschenfederkern-Matratze besteht aus zylindrisch- oder tonnenförmigen Stahlfedern, die in Säckchen eingenäht sind und weniger schwingen, als das bei der Federkern-Matratze der Fall ist. Allerdings wirkt sich das auf das Gewicht aus, sprich, sie sind ziemlich schwer.‘

Bonnellfederkern-Matratzen bestehen aus mehreren taillierten Spiralfedern. Die Hohlräume zwischen den Federn sorgen für eine gute Belüftung, was z.B. stark schwitzenden Menschen zu Gute kommt. Allerdings sollten diese nicht allzu schwergewichtig sein, denn für sie sind diese Matratzen nicht geeignet. Zudem schwingen die Federn nach. Ebenfalls von Nachteil ist ihre mangelnde Punktelastizität. Aufgewogen werden diese Nachteile durch eine lange Lebensdauer und einen (meist) günstigen Preis.

Latex-Matratzen sind meist aus synthetischem Latex, seltener aus natürlichem Kautschuk. Vorteil: sie vermitteln ein weiches Liegegefühl, sind elastisch und relativ formstabil. Außerdem eignen sie sich für alle gängigen Lattenrost-modelle. Nachteil: sie können ziemlich schwer sein (z.T. über 30 kg).

Viskoschaum-Matratzen sind aus aufgeschäumtem Polyurethan mit einer Auflage aus anpassungsfähigem Visco-Schaum. Dieser reagiert auf die Körpertemperatur des Schläfers und passt sich so den Körperformen an. Damit der Schaum nicht zu hart wird, sollte die Raumtemperatur immer bei ca. 18  ͦ liegen. Ihre hohe Punktelastizität trägt insbesondere zur Erholung der Wirbelsäule bei.

Schaum-Matratzen bestehen aus aufgeschäumtem Polyurethan, sind sehr leicht (7 – 10 kg), strapazierfähig und für alle Lattenroste geeignet.

Luftkern-Matratzen haben einen Kern aus Luft, der jederzeit – entweder mit einer Fernsteuerung oder aber via App auf die jeweilige körperliche Situation angepasst, sprich härter oder weicher eingestellt werden kann. Wenn dann noch eine Schulter- und Lordosenstütze dazukommt, steht der Erholung selbst der bemitleidenswertesten Bandscheiben nichts mehr im Wege.

Was muss eine Matratze können?

Wichtigste Voraussetzung für einen erholsamen Schlaf ist eine optimale Anpassung an den Körper der/des Schlafenden. Schulter und Becken dürfen nicht zu tief einsinken, die Matratze muss sich den Bewegungen des Körpers anpassen und für ein gutes Schlafklima sorgen. Alles zusammengenommen ergibt das – Meine Matratze – auf der sich der so wichtige Schlaf bald einstellen sollte. Deshalb vor einem Matratzenkauf ganz wichtig: probeschlafen – und das nicht nur für ein paar Stunden!